Schlaglichter aus der Kressin-Story

Die Kommunikationsvorhaben, die ich seit mittlerweile mehr als 20 Jahren begleitet habe - und natürlich auch diejenigen, die ich aktuell begleite - sind so verschieden wie die Menschen und die politischen, wirtschaftlichen oder kulturellen und sozialen Anliegen dahinter. Zu Beginn meiner Arbeit war das Internet in der niederrheinischen Provinz noch in den KInderschuhen. Mails, Handys, soziale Medien gab es noch nicht. Wer einen Laptop hatte, war ganz weit vorn in puncto Infrastruktur. Ich kaufte mir einen von meinem ersten Honorar als Kommunikationsberaterin.

Mein erster großer Auftrag war gleich überaus attraktiv und einfach schön: Ich wurde mit der PR-Begleitung der Eröffnung des Museum Kurhaus Kleve im Jahr 1997 betraut. Meine "Ausrüstung": zwei Schuhkartons voll Visitenkarten und Faltblätter, ein charismatischer Museumsdirektor, das schönste Büro von ganz Kleve im alten Kurhaus und ein - nach einigen Kämpfen mit der Stadtverwaltung mir zur Verfügung gestelltes Faxgerät. "Arkadien in der Provinz" - noch heute erinnere ich mich an die Begeisterung des damaligen Museumsdirektors Guido de Werd über diese Schlagzeile in einer überregionalen Zeitung.

Deutlich turbulenter als die Arbeit im schönen Kurhausmuseum war in den darauffolgenden Jahren (1998 bis 2002) die Betreuung der Öffentlichkeitsarbeit des Flughafens Niederrhein während seiner Konversionsphase. Empfindliche wirtschaftliche und politische Interessen prallten auf eine harte und lautstarke Gegenerschaft im unmittelbaren Umfeld des ehemaligen Militärflughafens an der Grenze zu den Niederlanden.

Ein heißes Eisen war die kreisweite Kampagne für ein gewaltfreies Zuhause, mit der ich im Jahr 2003 von der Stadt Kleve beauftragt wurde. Dank Förderung vom Land NRW und dem unerschütterlichen Engagament der Klever Gleichstellungsbeauftragten und ihrer Mitstreiter*innen gelang es, das schwierige Thema Häusliche Gewalt aus der Schmuddelecke raus und ans Licht der Öffentlichkeit zu holen. Mit Umfragen, Tagungen, Broschüren, Internet und kontinuierlicher Pressearbeit. Heute steht ein Netzwerk aus mehreren Runden Tischen im Kreisgebiet und bietet Hilfen, Aufklärung und Lobbyarbeit für die Opfer.

Um sensible soziale Interessen ging es in der Arbeit für den Caritasverband Kleve, die von 2006 bis 2015 andauerte. Gemeinsam mit meinem Grafikpartner Lutz Kamieth entwickelte ich ein Corporate Design, produzierte die kleine aber feine Hauszeitung Klartext, erstellte Broschüren und Faltblätter. Vor allem ging es damals darum, mehr öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung für soziale Arbeit herzustellen. Und immer wieder: zu informieren.

Anfang der 2000er Jahre begann eine vertrauensvolle und bis heute andauernde Zusammenarbeit mit dem niederrheinischen Rohstoffunternehmen Holemans. Ich entwickelte für das traditionsreiche Kies- und Sandunternehmen eine Fülle von kommunikativen Initiativen und Aktivitäten, die alle zum Ziel hatten und haben, über das Geschäft der Rohstoffgewinnung zu informieren und das Unternehmen in der kontroversen öffentlichen Diskussion zu stärken: Pressereisen, Tage der offenen Tür, Hausmedien für die Information der Bürger, eine Internetseite, kontinuierliche Pflege der Medienkontakte, zuletzt wissenschaftliche Symposien und Fachbücher. Heute steht Holemans hinsichtlich gut aufgestellter Unternehmenskommunikation in der Branche bestens da. Erst im Januar 2019 erhielt Holemans von Deutschen Gesteinsverband MIRO den Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Kommunikation.

Mit ganz anderen Interessen und Anliegen trug sich das StiftsMuseum in der Domstadt Xanten, als es mich im Jahr 2012 an Bord holte: Das erst 2010 fertiggestellte moderne Kirchenmuseum brauchte professionelle Hilfe in der Kommunikation, wollte sich in der Region stärker verankern und natürlich auch Besucher*innen werben. Ich entwickelte zunächst eine konzeptionelle Grundstruktur für die Museumskommunikation. Gemeinsam mit meinem Partner für Grafik und Kommunikation Urs Hasler hob ich eine handverlesene Anzahl von Medien aus der Taufe und stehe bis heute der Museumsleitung mit Rat und Tat zur Seite. Highlights im Konzert der Kommunikationsinstrumente ist eine zweimal pro Jahr erscheinende Museumszeitung, die StiftsZeitung Xanten, die mehrfach jährlich tagende StiftsRunde der Freunde des Museums und eine Ausgestaltung des Museums mit Raumbeschriftungen und einem Leitsystem. 2020 wird zehnjähiges Jubiläum gefeiert.

Es ist hier nicht der Raum für die vielen anderen Projekte, die ich seit 1997 begleiten konnte. Aber zwei ebenso unterschiedliche wie herausragende, internationale Projekte möchte ich benennen:

Im Jahr 2006 lud die Deutsche Welthungerhilfe Bonn mich auf eine Pressereise nach Mosambik im Südosten Afrikas ein. Es galt, für die hauseigenen Medien Reportagen über die so genannten Millenniumsdörfer zu recherchieren und zu schreiben. Was ich in dem Land im Süden Afrikas erlebte, hat mein Denken nachhaltig verändert.

Quasi am anderen Ende der gesellschaftlichen Bandbreite war ein Auftrag des Energieriesen E.ON angesiedelt: Gemeinsam mit niederländischen Kommunikationsexperten entwickelt ich Anfang der 2000er Jahre ein Drehbuch für ein Besucherzentrum - den E.ON Energy Course. Das Konzept für eine Besucherlenung durch die Welt der energie wurde nach und nach an drei Standorten - zwei in Deutschland und einer in den Niederlanden - umgesetzt. Toll waren die Erfahrungen mit einem europäischen Content-Team, das die Inhalte gemeinsam mit uns entwickelte. Spannend die Einsicht, dass man in gemeinsamen Kommunikationsvorhaben bei allem europäischen Denken niemals die Sensibilität für die nationalen Kulturen aus dem Auge verlieren darf.

Klicken Sie sich mal rein in die Projektbeschreibungen. Eine Fortsetzungsstory, die ich nach und nach weiterentwickle. Sie werden einer ganze Reihe spannender Unternehmungen begegnen!